Kunst und Kultur entfalten sich im Dialog. Unser Anliegen ist es daher, Kinder und junge Erwachsene an diesem Dialog teilhaben zu lassen und für verschiedenste gesellschaftliche und kulturelle Fragen empfänglich zu machen. Als Ausstellungsinstitution mit eigener Sammlung, die die Entwicklungen der Kunst vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Kunst der Gegenwart widerspiegelt, ist der Umgang mit der bildenden Kunst unser Metier. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Vermittlung der Sammlungsbestände und Ausstellungen unserer Häuser. Zur Erfüllung dieser Aufgabe wurde in der Sammlung Würth ein mit den Jahren zunehmend intensivierter Arbeitsbereich für Museumspädagogik etabliert. Auf unterschiedlichen Ebenen und mit verschiedenen Programmen wird hier den vielfältigen Interessen, Wünschen und Erwartungshorizonten des jungen Publikums begegnet und die Gelegenheit geboten, durch den Umgang mit der Kunst spielerisch Sensoren für alle wichtigen Fragestellungen und Inhalte des Lebens zu entfalten.
Dabei legen wir Wert darauf, sowohl das etwaige Bildungsinteresse, als auch den Aspekt des Museums als Erlebnisraum für Kinder und Jugendliche zu berücksichtigen. Grundprinzip unserer Führungen ist z. B. das „Sehen lernen“: genaues Hinsehen, Analysieren und Betrachten, in die Tiefe des Kunstwerks eindringen, anstelle von oberflächlichem Überfliegen und Konsumieren. Dieses genaue Sehen in Form einer Bestandsaufnahme fördert zugleich sprachlich präzises Benennen. Das Analysieren und Diskutieren in der Gruppe hingegen fördert auch und gerade in der Kontroverse den eigenen Standpunkt zu bestimmen und diesen auch vertreten zu lernen. Begeisterung, Neugierde und Verblüffung können und sollen dabei ebenso ihren Ausdruck finden wie Befremden angesichts des jeweiligen Kunstwerks, denn es soll nicht nur vorurteilsfreies Sehen gefördert, sondern auch die Urteilsfähigkeit geschult werden.
Unsere Häuser verstehen sich daher ganz bewusst als Experimentierfelder, die keine „konfektionierten“ Rezeptionskonzepte liefern, sondern in der Auseinandersetzung mit Kunst einen offenen, kreativen Dialog anstreben.
Die Methoden der Vermittlung werden von den Museumspädagogen flexibel gestaltet und richten sich nach Alter, Gruppengröße und Schwerpunktsetzung der Adressaten. Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen in ihren eigenen Erfahrungswelten zu begegnen und neue Perspektiven und Denkanstösse zu eröffnen. Die zu behandelnden Themen können nach Absprache individuell abgestimmt und angepasst werden.
Im Anschluss an die Führung können die Teilnehmer auf mitgebrachten Skizzenblöcken, mit Blei- und Buntstiften das Besprochene und Gesehene vor den Originalen vertiefen und umsetzen.